Über uns

Das »andere« Literaturcafé ist ein literarischer Begegnungsraum in Köln. Hier treffen sich Autor*innen mit Flucht- und Migrationserfahrung, mehrsprachige Schreibende und literarisch Aktive aus ganz unterschiedlichen Zusammenhängen – um eigene Texte zu lesen, über sie zu sprechen und einander zuzuhören.

Anders als klassische Lesungsreihen richtet sich das Café nicht in erster Linie an ein Publikum. Im Mittelpunkt stehen die Schreibenden selbst: als Community, die sich gegenseitig inspiriert, unterstützt und in Austausch tritt.

Woher wir kommen

Das »andere« Literaturcafé

2015 entstand als Reaktion auf die verstärkten Fluchtbewegungen nach Deutschland das Projekt FremdwOrte. Das Ziel war damals, neu angekommene Autor*innen mit der Kölner Literaturszene zu vernetzen, ihnen eine Bühne zu geben und ihnen so Teilhabe an der Kölner Kulturlandschaft zu ermöglichen.

Seither hat sich viel verändert. Der „Sommer der Migration“ liegt mehr als zehn Jahre zurück, Mehrsprachigkeit und transkulturelle Perspektiven prägen das kulturelle Leben in Köln längst mit. Zugleich finden viele dieser Stimmen in etablierten Literaturformaten nach wie vor nur selten Platz. 2024 haben wir deshalb einen neuen Namen gewählt – und mit ihm ein Format, das dieser dynamischen, vielstimmigen Szene besser gerecht wird.

Wofür wir stehen

Ein Raum, in dem Anders-Sein kein Defizit ist, sondern eine literarische und gesellschaftliche Bereicherung.

Neben der Präsentation eigener Texte geht es uns um die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen: um Flucht und Migration, um Fragen von Mehrsprachigkeit, um queere und behinderte Perspektiven. Das Projekt versteht sich damit nicht nur als kulturelles, sondern auch als gesellschaftliches Forum.

Denn es fehlen in Köln bislang zwei Dinge: Orte, an denen literarische Akteur*innen mit sehr unterschiedlichen Hintergründen auf Augenhöhe zusammenkommen – und eine Plattform, die marginalisierte Stimmen konsequent in den Mittelpunkt stellt. Gerade in den gegenwärtigen Debatten um Migration, Zugehörigkeit und Demokratie halten wir das für wichtiger denn je. Literatur kann Brücken schlagen und Erfahrungen vermitteln, die über den politischen Diskurs hinausgehen.

Wie das Café funktioniert

Das Jahr beginnt bei uns mit einer offenen Gesprächsrunde: Gemeinsam entwickeln die Teilnehmenden die Themen, die das Programm bestimmen sollen. Daraus entstehen im Lauf des Jahres Lesungen, Diskussionen, Werkstattgespräche und thematische Abende, zum Abschluss eine größere Lesung, bei der die Teilnehmenden ihre eigenen Texte präsentieren.

Das Programm entsteht also partizipativ – und es bleibt beweglich. Wenn politische Entwicklungen in den Herkunftsländern oder in Deutschland es nahelegen oder neue Diskurse im Literaturbetrieb aufkommen, reagieren wir darauf.

Die offene Struktur sorgt dafür, dass es einen festen Kern regelmäßiger Teilnehmender gibt und zugleich immer Platz für neue Gäste bleibt. Diese Mischung aus Vertrautheit und Offenheit macht den Austausch aus.

Wo wir stattfinden

In der Regel treffen wir uns im Literaturhaus Köln, das das Projekt trägt und organisatorisch unterstützt. Ergänzend gehen wir mit Auswärtsterminen an andere Orte in der Stadt: um Zugangsbarrieren zu „hochkulturellen“ Räumen abzubauen, weitere Communities zu erreichen und neue Kooperationen mit Vereinen, Initiativen und Kulturakteur*innen zu knüpfen.

Mitmachen

Das Café ist offen für alle, die schreiben, übersetzen oder einfach zuhören möchten – unabhängig von Sprache, Herkunft und Veröffentlichungserfahrung. Eine Anmeldung ist nicht nötig, kommen Sie gern einfach vorbei.

Wenn Sie Fragen haben oder mit uns kooperieren möchten, schreiben Sie uns an info@fremdworte-autorencafe.de.